
Zustandsmonitoring von Biotoptypen, Lebensraumtypen und FFH Indikatoren und Verbuschung
Handlungsfeld:
Wildnis – und Schutzgebiete
(Unter-)Auftragnehmer:
LUP GmbH
Relevanz des Indikators im Kontext des ANK:
Für den Schutz der Biodiversität und insbesondere den Erhalt von FFH-Gebieten ist das Monitoring von Biotoptypen und Lebensraumtypen bedeutsam. Für den Natürlichen Klimschutz sind Schutzgebiete von besonderer Bedeutung, da diese große Ökosysteme formen. Der angestrebte günstige Erhaltungszustand der Lebensräume ist hier maßgebend für die Bindung und Speicherung von Kohlenstoff, oftmals wird dieser Prozess durch Verbuschungsprozesse beeinträchtigt. Biodiverse Ökosysteme sind widerstandsfähiger gegen Klimawandelereignisse, und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität unterstützen folglich den Klimaschutz.
Das Zustandsmonitoring der Biotoptypen zeigt Synergien mit anderen Diensten. Der Vorteil darin besteht hier, dass beispielsweise über den Dienst Landnutzung oder dem Versiegelungsmonitoring weitere Informationen zu Grünlandhabitaten bzw. zu versiegelten Flächen geliefert werden und dadurch die Genauigkeit der Biotopkartierung erhöht wird. Daten aus dem Grünflächenmonitoring und der Erfassung von Gehölzstrukturen helfen, Lebensraumtypen mit agrarischer Prägung und Übergangszonen zu identifizieren und in die Gesamtanalyse zu integrieren. Diese Synergien ermöglichen umfassende Analysen des Zustands und der Dynamik der Gebiete. Darüber hinaus profitieren das Auenmonitoring, die Bodnefeuchte sowie die Zerschneidung von Schutzgebieten von der Genauigkeit des Dienstes, um die Überflutungs- und Feuchtedynamiken sowie die Fragmentierung von Biotopen leichter festzustellen.
Die regelmäßig aktualisierte Biotopklassifikation soll eine effiziente Unterstützung leisten – etwa im Rahmen des ANK – bei Förderanträgen, der Kontrolle von Kompensations- und Ausgleichsflächen, der Überprüfung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen in Schutzgebieten, der Identifikation von Flächen mit Wiederherstellungsbedarf sowie beim FFH-Monitoring.
Beschreibung des Dienstes:
Die Grundlage des Systems sind hochaufgelöste, spatio-temporale Datenprodukte aus Sentinel-2-Zeitreihen, seit 2017 mit einer Auflösung von 10m, sowie hoch aufgelöste Luftbilder für kleinräumigere Strukturen. Lidar-Scans und digitale Höhenmodelle liefern Informationen zur Geländeform und Vegetationshöhen. Zusatzdaten wie z.B. Wetterinformationen werden integriert. Diese Kombination an Daten ermöglicht eine flächendeckende Erfassung der Biodiversitätsindikatoren sowie der ökologischen Zustandsveränderung.
Die Biotoptypenklassen der verschiedenen Bundesländer werden durch einen einheitlichen Biotoptypenschlüssel harmonisiert, welcher sich anhand der Roten Liste und dem EUNIS-Schema orientiert. Manuelle Luftbildkartierungen ergänzen unterrepräsentierte Biotopklassen. Mittels eines KI-Modells werden weitere Punkte gewählt, welche ins Hauptmodell miteinfließen. Ein jährlicher Change Detection Mechanismus ermöglicht es, relevante Änderungen pixelweise neu zu klassifizieren.
