Ein gefüllter Wassergraben mit Gewässerrandstreifen, Acker auf Niedermoor
Ein gefüllter Wassergraben mit Gewässerrandstreifen, Acker auf Niedermoor, von Tania Runge

Emissionsberechnungen Moore

Handlungsfeld:

Schutz intakter Moore und Wiedervernässung

(Unter-)Auftragnehmer:

Thünen Institut, Duene e.V.

Relevanz des Indikators im Kontext des ANK:

Das ANK erkennt den Moorschutz als zentrale Maßnahme zur Reduktion von Treibhausgasen an. Mit gezielten Förderprogrammen wird der Prozess der weitgehenden Vernässung der Moorböden Deutschlands beschleunigt.

Im Kontext des ANK ermöglicht dieser Dienst die Priorisierung der Flächenauswahl für Vernässungsprojekte sowie die Beurteilung bereits durchgeführter Minderungsmaßnahmen mittels ex-Post Evaluationen.

Beschreibung des Dienstes:

Der Dienst liefert eine umfassende, jährlich aktualisierte Quantifizierung der THG-Emissionen (CO2, CH4, N2O inklusive lateraler Verluste in Form von DOC) aus Moorböden und Moorgräben ab dem Jahr 2021 auf Basis der aktualisierten Kulisse organischer Böden (Wittnebel et al. 2023, aufbereitet nach Frank et al. (2025)). Dabei werden das NID-Modell (NID: National Inventory Document) des Thünen-Instituts als Teil der Deutschen THG-Berichterstattung (UBA 2025) in der jeweils aktuellen Version und das GEST-Modell (GEST: Greenhouse Gas Emission Site Type) nach Couwenberg et al., (2011) des Greifswald Moor Centrum angewendet.

Das NID-Modell ist in zwei Schritte gegliedert: Zunächst wird der Moorwasserstand – als Haupteinflussgröße auf die Emissionen aus Moorböden – ermittelt (weiterentwickelt nach Bechtold et al. 2014). Anschließend erfolgt die Emissionsberechnung mittels teils landnutzungsabhängiger Response-Funktionen (Tiemeyer et al. 2020). Das GEST-Modell nutzt die Indikatorfunktion der Vegetation. Zuerst werden durch die An- und Abwesenheit indikativer Arten die Winter- und Sommerwasserstände (Wasserstufen) auf organischen Böden abgeleitet (Koska et al. 2001). Danach werden anhand der Wasserstufen die GEST mit standortspezifischen Emissionsfaktoren zugeordnet (Couwenberg et al. 2011).

Im Rahmen des EO4Nature Vorhabens werden für beide Modelle Weiterentwicklungen erarbeitet. Für das NID-Modell wird die Verbesserung der Wasserstandmodellierungen durch neue Regionalisierungsfeatures ermöglicht sowie die bisher landnutzungsabhängige Emissionsberechnung um vegetationsspezifische Response-Funktionen erweitert. Das GEST-Modell wird zum ersten Mal bundesweit berechnet. Hierfür wird die aktuellste Version des GEST-Katalogs aus dem Winter 2025 angewandt. Außerdem wird die Zuordnung der GEST mithilfe weiterer Produkte des EO4Nature-Projektes (zB Grabendienst, Bodenfeuchtedienst) geschärft.

Die beiden Modelle haben ursprünglich unterschiedliche Zwecke: Während NID die nationale Berichterstattung aus dem Landnutzungssektor stützt, ist GEST für die Anwendung bei einzelnen Wiedervernässungsprojekten entwickelt worden. Die Bereitstellung von Emissionsdaten beider Modelle ermöglicht es jeweils kontextsensitive Analysen für unterschiedliche Anwendungszwecke durchzuführen und somit ein breites Nutzerspektrum anzusprechen.

Aktueller Entwicklungsstand